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Ursula Wigger
Palmschatten
Zeichnungen und Installationen
Sehen und abwenden
Mit dem Rücken zu den Dingen stehen
Aufnehmen und fallen lassen
Dem noch nicht Gewussten die Stirne bieten
Weglaufen und stehen bleiben
Klänge sehen und Bilder hören...
Dieser Ausschnitt - aus einer Selbstbeschreibung der künstlerischen Arbeit von Ursula Wigger* - zeigt, wie ihre jüngsten Bilder entstanden sind. Ausgangspunkt sind Palmen. Tropische Bäume, die in unseren Köpfen kitschige Bilder erzeugen, wenn wir an sie denken. Ursula Wigger hat sich ihnen auf Gomera genähert - zugewandt und hingeschaut, abgewandt und hingehört -, um diese bar aller Klischees, in ihrer Essenz künstlerisch zu erfassen. Das ist ihr beeindruckend, in feinen Strichen und Farben gelungen. Nichts erinnert wirklich an Palmen. Es kommt höchstens eine Ahnung von Wärme auf beim Betrachten der grossflächigen Bilder - Ahnungen überhaupt, es gibt nichts Konkretes, an dem sich die betrachtende Person festhalten könnte. Sie muss sich auf die Bilder einlassen oder weitergehen. Nach blossem Vorbeigehen bleibt kaum eine Erinnerung. Denn da ist viel Sanftes, viel Angedeutetes, das vom Mut der Künstlerin zum leeren Bildraum zeugt. Ihre Bilder sind karg oder reich. Je nach dem, ob eine stehenbleibt oder einer weitergeht. Jene, die sich auf die Bilder einlassen, finden sich in einer Art Zwischenraum wieder, in dem sie sich mühelos bewegen, den sie mit etwas Eigenem füllen können.
Sibylle Schroff, Franxa Buchhandlung
Ursula Wigger lebt in Schaffhausen. Sie ist seit 13 Jahren künstlerisch tätig. Nach verschiedenen inner-und aussereuropäischen Lehr- und Ausbildungsjahren (etwa an der Schule für Gestaltung in Zürich) arbeitet sie seit 1994 in Diessenhofen als freie Künstlerin und als selbständige Mal- und Zeichnungslehrerin.
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