Schaffhauser Nachrichten vom 12. November 2008

Scharfer Blick durchs Plexiglas

Das Triathlon-Team des EWZ hat sich am Freitag im Malatelier von Ursula Wigger zu einer ungewohnt unsportlichen Aktion getroffen.

VON JULIA GURAN

BUCH Keinen Mucks machen und kaum atmen - nicht gerade eine typische Situation für Triathleten. In dieser ungewohnten Lage waren die fünf (*) Mitglieder des «ewzpowerteams» am Freitag im Malatelier von Ursula Wigger in Buch anzutreffen. Den Blick starr geradeaus gerichtet, hielten sie sich eine Plexiglasscheibe vors Gesicht, während ihr Gegenüber, das eine Auge zugekniffen, die Konturen von Nase, Mund und Augen nachzeichnete. Bekannte Gesichter waren es, die da Modell sitzen mussten, zum Beispiel Ronnie Schildknecht, der am Ironman auf Hawaii Anfang Oktober den vierten Rang erreicht hat.

Wie der Spitzenathlet zu einer so unsportlichen Tätigkeit wie Portraitmalen kam? Das Management des «ewzpowerteams», Doris und Peter Bamert, hatte die Sponsoren und die Wettkämpfer zu ihrem alljährlichen Ausflug nach Buch eingeladen. «Wir organisieren jeweils einen Anlass, an dem auch die Sponsoren mitmachen können, meist etwas Kreatives», sagte Peter Bamert.

Wigger hatte für die Sportler ein Sonderprogramm zusammengestellt,
um ihnen in nur zweieinhalb Stunden die Grundbegriffe des Portraitierens
beizubringen.

 «Erst haben wir besprochen, dass die Köpfe eiförmig sind, dann haben wir die waagrechten Linien auf Augenhöhe und die Senkrechte über Nase und Mund besprochen», sagte sie. Die ersten Versuche, eine lange Reihe von Eierköpfen, hing bereits an der Wandtafel des früheren Schulzimmers. Wigger hatte sie fotokopiert, um jede Phase des Portraitmalens zu dokumentieren. Auch von der zweiten, bereits detaillierteren Version machte sie Kopien, welche die Teilnehmer anschliessend zu Hause weiterbearbeiten konnten.

Die Triathletin Nicole Hofer (Mitte)
sitzt für ihre Partnerin im
Malatelier von Ursula Wigger (links) Modell.

Bild: Juiia Guran

(*) Anmerkung uw 15

 

 
ursual wigger